Barfußschuhe… was’n das?

Barfußschuhe sind der neueste Hype! Aber was soll das eigentlich sein? Allein der Begriff ist ja schon Quatsch – was denn nun, barfuß oder Schuhe? Wikipedia bezeichnet das als Oxymoron, also sich selbst widersprechend. Logisch! 😉

Ich würde eigentlich nur von „Schuhen“ reden, denn die Kriterien (dünne und flexible Sohle, kein Absatz, Zehenfreiheit, geringes Gewicht) sollten meiner Meinung nach für alle Schuhe gelten. So gesehen verdienen „herkömmliche“ Schuhe eigentlich überhaupt nicht, so bezeichnet zu werden.

Wieso? Weshalb? Warum?

Warum sollte ich überhaupt Schuhe anziehen? Das kann jeder anders für sich definieren, mir fallen folgende Gründe ein:

  1. Kälte: kurze Strecken gehen auch bei Frost, der ganze Tag nicht!
  2. Hitze: Sommersonne kann Asphalt auf 70°C und mehr erhitzen!
  3. Verletzungsgefahr: Dornen, Stacheldraht, Seeigel…
  4. Feierliche Anlässe: wenn schon Anzug, dann auch Schuhe!
  5. Arbeit: da auch Kunden ins Büro kommen, möchte ich meine Füße nicht zum Thema machen

Bei den ersten drei Punkten ist klar, da geht es nur um Zweckmäßigkeit, egal wie es aussieht. Aber 4 und 5 heißt für mich auch, dass ich dann Schuhe anziehen möchte, die aussehen wie Schuhe und nicht wie Hobbitfüße aus Gummi oder sonst irgendwie knallbunt sind. Also irgendwie unauffällig – sonst kann ich ja lieber gleich barfuß bleiben.

Aber welche Schuhe?

Der Markt ist inzwischen voll mit Barfußschuhen und viele Modelle nennen sich einfach nur so, ohne die o.g. Kriterien auch nur im Ansatz zu erfüllen. Also was nehmen? Viele denken beim Begriff Barfußschuh automatisch an Zehenschuhe, also diese Dinger mit fünf einzelnen Zehen dran. Ich könnte mir die höchstens als Badeschuhe vorstellen, z.B. bei Steinstränden und Seeigeln. Aber dazu sind sie mir einfach zu teuer! Ansonsten wüsste ich nicht, wofür solche Zehenschuhe gut sein sollen?! Etwas „normaler“ darf es schon sein.

Material?

Ein anderer Hype ist derzeit auch „vegan“! Barfußschuhe sollen am Besten vegan sein! Wie bitte??? Ich will die ja nicht essen 😉 Für mich ist vegan in diesem Kontext einfach ein anderer Ausdruck für Plastik und ich möchte keine Plastikschuhe an den Füßen haben! Schweißfüße sind da vorprogrammiert, sogar in Schuhen aus luftigem Kunststoffnetz („Mesh“).

Leder ist bewährt, es ist haltbar, flexibel, passt sich der Fußform auf Dauer an (was veganes Plastik nicht tut) und in meinen Lederschuhen habe ich auch nach 9 Stunden Tragezeit keine Schweißfüße! Und mal ehrlich: Leder ist ein Nebenprodukt der Fleischindustrie. So lange auf der Welt Fleisch gegessen wird, stirbt kein Rind nur für meine Schuhe.

Qualität?

Zudem ist mir die Verarbeitung auch wichtig und nicht zuletzt der Herstellungsprozess. Massenware, die von Minderjährigen in Billiglohnländern hergestellt wird, kommt für mich nicht infrage, schon gar nicht zu den Preisen, die für Barfußschuhe üblich sind. Dann zahle ich lieber noch ein paar Euro mehr, weiß dann aber, dass ich gute Qualität habe.

Deswegen bin ich auf einen Hersteller gestoßen, der qualitativ hochwertige und „businesstaugliche“ Schuhe macht, in Deutschland fertigt und alle Materialien in Deutschland einkauft oder sogar selbst herstellt. Die Schuhe werden nahezu komplett in Handarbeit hergestellt und zwar erst, wenn man sie bestellt. Gut, dafür muss man dann auch zwei Wochen darauf warten…

Werbung?

Da ich auf der Startseite geschrieben habe, dass ich keine Werbung mache, nenne ich den Namen des Herstellers nicht, aber ein paar Bilder meiner Schuhe kann ich mir nicht verkneifen 🙂


Passt auch zur Einschulung ;)
Passt auch zur Einschulung 😉

Diese „Business Barfußschuhe“ waren die ersten richtigen Schuhe, die ich mir Ende 2016 gekauft hatte. Sehr edel, weniger als 200g leicht und extrem flexibel (zusammenrollbar auf Jackentaschengröße).

Businesstauglich und doch fußfreundlich
Businesstauglich und doch fußfreundlich

Hier das bequemste Modell meiner „Sammlung“. Die Schnürsenkel sind im Original natürlich schwarz, aber damit ich nicht vergesse, wo Backbord und Steuerbord ist… 😉

Die bequemsten meiner Schuhe
Die bequemsten meiner Schuhe
Ich mag's bunt ;)
Ich mag’s bunt 😉

Für extreme Kälte habe ich diese mit Lammfell gefütterten Stiefel (auch mit modifizierten Schnürsenkeln). Der Hammer: volle Bewegungsfreiheit und deswegen keine kalten Füße wie in herkömmlichen, steifen Winterstiefeln. Trotzdem spürt man jedes kleine Steinchen durch die nur 2,9mm dicke Sohle. Für’s Büro definitiv zu warm, drinnen kommt man darin um! Damit sie wasserdicht sind, habe ich sie mit Lederfett behandelt.

Winterschuhe mit Fellfutter
Winterschuhe mit Fellfutter
Einfetten für Matschwetter
Einfetten für Matschwetter

Und noch eine limitierte rote Sonderauflage des Herstellers, der sonst fast nur schwarze Schuhe macht. Damit auch mal etwas Farbe ins Spiel kommt.

Limitierte Sonderauflage
Limitierte Sonderauflage
Die musste ich einfach haben
Die musste ich einfach haben

Außerdem habe ich noch meine Minimalschuhe, die ich mir eigentlich mal für den Kroatienurlaub gekauft hatte. Die kommen gelegentlich in der Tasche als Notschuhe mit. Auch zum Joggen geeignet (wenn es mal durch die Brombeeren gehen muss…)

Neopren Minimalschuhe
Neopren Minimalschuhe

Aber machen wir uns nichts vor, Barfußschuhe vermitteln weder das Barfußgefühl noch kann man damit den Ballengang erlernen (ich selbst trete in meinen Schuhen automatisch weiter hinten auf als barfuß). Wenn ich Schuhe tragen muss oder will, ist es für mich die einzige Option, solche zu tragen, die mich nicht krank machen. Ansonsten gilt:

Nur barfuß ist barfuß !!!

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