Barfuß aufm Bahnhofsklo?

Barfuß auf öffentliche Toiletten gehen? Iiiiieeh, ist ja eklig!

Hm… selbst in Interviews mit langjährigen Hardcore-Barfußläufern bin ich schon über solche Sätze gestolpert, dass sie niemals nicht keine Schuhe anziehen – außer bei extremen Minustemperaturen oder auf öffentlichen Toiletten. Nanu?!

Barfuß auf nasser öffentlicher Toilette
Barfuß auf nasser öffentlicher Toilette

Okay, es mag tatsächlich etwas Überwindung kosten, den nassen Fußboden dort zu betreten, vor allem, wenn man die Zusammensetzung der ominösen Flüssigkeit nicht kennt – hoffentlich nur Wasser!

Aber mal ehrlich: meine Füße kann ich anschließend waschen, bzw. spätestens nach 50m Fußweg draußen habe ich wieder das Gefühl, dass alles trocken und „neutralisiert“ ist. Wenn ich dafür aber extra Schuhe mitnehme und anziehe – was mache ich damit hinterher? In die Tasche stecken? Bäh!

Ist es nicht viel ekliger zu wissen, bzw. NICHT zu wissen, was da dann alles drunter klebt? Schuhe wasche ich normalerweise nicht jeden Tag, meine Füße schon, sogar mehrmals. Und es gibt Studien, die besagen, dass das Infektionsrisiko auf versifften Klos einer Autobahnraststätte geringer ist als beim eigenen Spülschwamm zuhause. Also was soll’s?

Ich finde, bei all den bewundernswerten Heldentaten, die man als Barfußläufer täglich vollbringt (Schotterwege, Glasscherben, Bergwanderungen, Schnee und Eis…) gehört der unbedarfte Besuch öffentlicher Toiletten einfach auch dazu. Klingt komisch – ist aber so!

 

5 Antworten auf „Barfuß aufm Bahnhofsklo?“

  1. Hat mich anfangs auch Überwindung gekostet, dann habe ich es letztes Jahr einfach im Hauptbahnhof versucht. Jetzt weiß ich, dass ich es jederzeit machen kann, falls ich mal keine Notschuhe dabei haben sollte.

    1. Hallo Stefan, danke für Deinen Kommentar. Nur aus Interesse: wenn Du doch Notschuhe dabei hast, was machst Du dann genau damit? Ich kann mir ehrlichgesagt nicht vorstellen, vor dem Gang aufs Klo Notschuhe anzuziehen und die anschließend wieder in die Tasche zu stecken…
      Grüße
      Forbi

      1. Hallo Forbi,
        die Notschuhe verwende ich für das Radfahren oder wenn der Untergrund unangenehm wird (Kieselsteine). Früher habe ich meine Notschuhe immer vor der Toilette angezogen (- sind übrigens Luna Sandalen). Aber jetzt geht’s auch ohne, z. B. im Biergarten.
        Viele Grüße,
        Stefan

  2. Hallo Forbi, hallo Stefan!

    Auf der Suche nach Beiträgen zum Thema „Barfußgehen“, bin ich auf diese Seite gestoßen und möchte auch mal ein paar Zeilen dazu schreiben, auch wenn der letzte Beitrag schon etwas älter ist, er ist aber noch nicht so alt, dass er „verstaubt“ ist. 🙂
    Ich stellte zudem fest, dass es eine Barfußseite ist und nicht ein Forum, in dem alle möglichen Themen behandelt werden, also denke ich, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man meinen Beitrag noch liest und dass neue Barfußbeiträge dazu kommen, doch höher.
    Im übrigen kann ich den Vermerk, wonach diese Seite eine weitere überflüssige Barfuß-Seite im Netz sei, nicht teilen, denn davon gibt es meiner Meinung nach viel zu wenig, aber das war sicher auch mehr im Spaßigen gemeint. 🙂

    Kurz zu mir, in Bezug auf das Barfußgehen: ich habe es schon immer gerne gemacht, traute mich allerdings nicht, es immer und überall zu tun, nur auf Feld-Wirtschafteswegen, die gescheit asphaltiert waren, tat ich es und dort nahm ich dann sogar noch meine „Birkenstock´s“ mit, die ich schon vom Auto an in der Hand trug, weil sie mir etwas „Sicherheit“ vor dem „Was sollen die Leute denken?“ gaben.

    Im Internet bin ich 2003 dann auf das wohl größte Barfußforum gestoßen, habe dort schnell Kontakte geknüpft und vor allem zwei Barfußgänger besuchten mich in meiner Heimat, im Saarland und ich machte bei beiden auch einen Gegenbesuch:
    Natürlich waren wir dann barfuß unterwegs und so steigerte sich mein Mut dazu, schließlich lernte ich über das besagte Forum sogar jemand aus dem Saarland kennen, den ich entfernungsmäßig natürlich öfter sehen bzw. mich mit ihm treffen konnte, er gab mir dann den letzten „Feinschliff“, es auch bei Regen zu tun, damals tat er es allerdings nicht im Winter, dazu brachte ich ihn dann wiederum, aber er ging schon 25 Jahre komplett barfuß, vom Frühjahr, bis zum Oktober.

    Naja, lange Rede, kurzer Sinn: ich bin seit 2004 ein Ganzjahresbarfüßer und Urin auf dem Boden, hat mich dann auch nicht mehr gestört.
    Wenn ich barfuß gehe, fange ich auch nicht an, groß Kapriolen zu machen, da wären mir „Notschuhe“ zu aufwändig, die habe ich nur im Auto, falls ich mal an eine Unfallstelle komme, an der ich erste Hilfe leisten muss, was hoffentlich nie der Fall sein wird, denn dort könnte Blut, Batteriesäure, heißes Kühlwasser und/oder Öl sein, dazu auch Glas oder scharfe/spitze Blechteile.

    Ich habe in meinem ganzen Leben, also auch nicht seit meinem Barfußsein, Fußpilz gehabt, denn Urin an den Füßen macht nichts, zumindest nicht, wenn man nach dem Tritt in Urin weiterhin barfuß ist. Würde man, nachdem man barfuß in Urin stand, wieder Schuhe oder Socken und Schuhe anziehen, könnte ich es mir allerdings schon vorstellen, doch das würde ich sowieso nie tun, denn Socken und Schuhe oder auch nur Schuhe, ziehe ich nur an, wenn die Füße absolut sauber sind.

    Sollte ich wirklich mal ein „großes Geschäft“ erledigen müssen, wenn ich unterwegs bin, dann würde ich mich nie und nimmer setzen, sondern es in der Hocke über der Toilette tun, das mache ich auch, wenn ich irgendwo zu Besuch bin und sich das „große Geschäft“ nicht vermeiden lässt.
    Ich setze mich nur zuhause auf die Toilette und selbst da lege ich noch Toilettenpapier auf die Brille.

    Was das angeht, bin ich sehr sauber und pingelig, aber barfuß in Fäkalien zu treten, macht mir nichts aus, zumindest nicht in Urin, denn die Füße sind am Boden und dort bleiben sie ja auch, bis sie abends gewaschen und geschruppt werden, denn ich gehe mit ihnen und fasse mit ihnen keinen Türgriff, kein Lenkrad, keinen Schaltknüppel oder was auch immer an.
    Ich finde zudem, dass es irgendwie auch etwas „aufregendes“ hat, völlig barfuß und „schutzlos“ allem Dreck ausgesetzt zu sein, mich macht es ehrlich zugegeben, ein wenig an, aber so tickt eben jeder anders. Viele schütteln schon den Kopf, wenn sie nur jemanden barfuß gehen sehen, geschweige denn, sie würden sehen, wie er eine öffentliche Toilette betritt und sogar noch sehen, dass sie nass ist.

    Beste Barfußgrüße,
    Andreas

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