Barfuß schützt vor Grippe nicht

Da bin ich das ganze Jahr fleißig barfuß gelaufen und habe mir eingebildet, mein Immunsystem ist perfekt gestärkt. Im Winter habe ich mich nicht geschont und das Abhärtungsprogramm weiter durchgezogen. Bis -5°C und teilweise darunter (zweistellige Minusgrade!) bin ich draußen ohne Schuhe rumgelaufen und dachte, mir kann jetzt nichts mehr was anhaben. Ich habe mich schon gefreut, dass dies der erste Winter überhaupt sein wird, in dem ich gar nicht krank werde… Und dann das: Grippe!

Fieber trotz barfuß... wie kann das sein?
Fieber trotz barfuß… wie kann das sein?

Also das hat mich dann doch arg zurückgeworfen. Vor allem hat’s mich gleich so umgeworfen, dass ich 2 Wochen lang gar nichts machen konnte. Nur schlafen, trinken und husten – und warme Socken und Schuhe hatte ich auch die ganze Zeit an…

Was lernen wir daraus? Keine Ahnung, aber Virusinfektionen haben offenbar ihre eigenen Regeln. Meine Ärztin empfahl mir für den nächsten Winter eine Grippeimpfung. Ich werde drüber nachdenken…

Der Streusalzwahnsinn

Völlig versalzener Eingangsbereich
Völlig versalzener Eingangsbereich

So schön es auch ist, im Winter draußen barfuß laufen zu können, die Freude über meine neue Kälteresistenz wird immer wieder getrübt durch zu gut gemeinten Winterdienst.

Unser eigener Hausmeisterservice übertreibt es besonders (siehe Bild links), aber auch auf öffentlichen Gehwegen wird mit dem salzigen Streugut nicht gegeizt. Hundebesitzer in meinem Bekanntenkreis erzählten mir, dass ihre Hunde Streusalz gar nicht mögen. Ich bin kein besonderer Hundefreund, aber in diesem Fall fühle ich mit Ihnen, denn ich mag das auch nicht.

Auftausalz, wie es technisch korrekt heißt, bewirkt eine Herabsetzung des Gefrierpunktes von Schnee und Eis, dadurch schmilzt dieses dann. Klingt erstmal nicht verkehrt, aber eine nasse Straße fühlt sich deutlich kälter an als plattgetretener Schnee. Außerdem kann sich das Salz möglicherweise in kleine Risse in der Fußsohle setzen und brennen.

Streusalz - schädlich für die Umwelt und für Füße
Streusalz – schädlich für die Umwelt und schlecht für die Füße

Aber was sind die Alternativen? Streusplitt finde ich auch nicht besser. Manch ein Hausbesitzer streut so viel davon vor sein Grundstück, dass das Laufen darauf zur Qual wird und außerdem muss im Frühjahr alles wieder weggeräumt werden.

Ich wäre ja dafür, Gehwege gar nicht zu räumen, sondern den Schnee nur platt zu machen. Nach meiner Erfahrung ist das auch gar nicht so rutschig  Meinetwegen noch Sand drauf. Aber bitte kein Salz und kein Splitt.

Naja, das bleibt wohl nur ein Wunsch!

So geht's auch - nicht geräumter Ausnahme-Fußweg
So geht’s auch – nicht geräumter Ausnahme-Fußweg

Aua!

Nicht für menschliche Füße gemacht
Nicht für menschliche Füße gemacht

Diese Schuhe habe ich in einem italienischen Restaurant gesehen. Sie waren an die Toilettentür genagelt – an der Damentoilette entsprechend ein paar Stöckelschuhe. Die Idee finde ich an sich lustig, aber mir taten direkt die Zehen weh, als ich diese spitze Schuhform sah. Die Damenschuhe sahen dagegen vergleichsweise bequem aus…

Ich frage mich, ob das ein paar italienische Designerschuhe waren oder doch eher ein billiges Modell?! Ganz egal – sie an die Klotür zu hängen ist vermutlich das Beste, was man damit machen konnte. An die Füße eines Menschen, der noch alle Zehen hat passen sie ganz sicher nicht (so wie 99,9% aller anderen herkömmlichen Schuhe auch!).

Meine erste richtige Glasscherbe

Barfuß zu laufen ist wahnsinnig gefährlich! Zumindest wenn man seinen Mitmenschen glauben kann, die überall und ständig Glasscherben, Dornen und Heroinspritzen vermuten, in die man reintreten kann…

Mein Argument war bisher immer, dass ich noch nie in eine Scherbe reingetreten bin. Aber nun kann ich endlich von meiner ersten Glasscherbe berichten, bzw. eigentlich ist es eher ein Glassplitter gewesen, ca. 3mm lang und schön scharfkantig.

Der steckte drei Tage im Fuß – mit Stecknadeln und Pinzette entfernt
Der steckte drei Tage im Fuß – mit Stecknadeln und Pinzette entfernt

Erst habe ich es gar nicht gemerkt, aber in einer bestimmten Stellung hat es beim Auftreten immer etwas gepiekst. Sehen konnte ich nichts, außer einem winzigen Pünktchen an der Sohle. Aber es stand auch nichts heraus, so dass ich mir erst nichts dabei dachte.

Das Ding steckte bestimmt drei Tage in der Fußsohle, bis ich mich doch wieder intensiv damit beschäftigte, weil ich mir inzwischen dachte, dass da wirklich was drin sein muss. Mit einer Pinzette konnte ich nichts greifen, aber am Ende habe ich es geschafft, mit zwei Stecknadeln von beiden Seiten drunter zu fassen und den Splitter hochzuhebeln, so dass ich ihn dann doch mit der Pinzette anfassen und rausziehen konnte.

Ich war erstaunt, wie groß das Glasstück war, denn schließlich steckte es mehrere Tage im Fuß, ohne dass ich nennenswerte Schmerzen hatte. Daran konnte ich sehen, wie dick die Leder- bzw. Hornzellenschicht unter meinen Füßen schon sein muss.

Trotzdem gilt: immer schön aufpassen, wo man hintritt!

Barfuß auf heißen Kohlen

Ohne Schuhe grillen – klingt sehr romantisch, kann ich aber tatsächlich nur bedingt empfehlen. Mir ist es nämlich passiert, dass ein ca. 2cm großes Stück heiße Kohle neben den Grill gefallen ist (ohne dass ich es gemerkt habe natürlich) und irgendwann bin ich draufgetreten…

Es fühlte sich erst wie ein Insektenstich an und ich dachte, ich wäre auf eine Wespe getreten oder sowas. Dann sah ich die Kohle im Gras und dann war klar, woher der Schmerz kommt.

Dies war dann auch die erste wirkliche „Verletzung“, die ich mir beim Barfußlaufen zugezogen habe. Wobei es so schlimm gar nicht war. Es hat sich eine winzige Brandblase gebildet, die nach ein paar Tagen schon wieder weg war und beim Laufen war ich dadurch auch nicht großartig eingeschränkt.

Ob ich beim nächsten Grillen Schuhe anziehen werde, weiß ich aber noch nicht… 😉

Barfuß grillen kann wehtun
Barfuß grillen kann wehtun