Barfuß beim B2RUN 2018

Auch dieses Jahr bin ich wieder den B2RUN Firmenlauf in München mitgelaufen. Es war jetzt schon der 14. in Folge (seit 2005) und der Zweite auf blanken Sohlen. Um ein Haar hätte ich gar nicht mitlaufen können, denn ich hatte in den Wochen vor dem Lauf Probleme mit dem linken Fuß. Mein ursprünglicher Verdacht auf Ermüdungsbruch konnte glücklicherweise vom Arzt schnell zerstreut werden. „Nur“ überlastet – wahrscheinlich vom Bergwandern auf etwas zu grobem Geröll…

Den B2RUN wollte ich auf jeden Fall mitmachen, denn so eine lange lückenlose Serie mag ich nicht einfach unterbrechen. Außer mir gibt es in der Firma nur noch einen einzigen anderen Kollegen, der auch alle Läufe seit 2005 mitgelaufen ist. Also egal wie – ob langsam laufen oder nur gehen – absagen gilt nicht! Dabei sein ist alles!

So schlimm war’s dann aber gar nicht. Ich konnte sogar richtig laufen und mir hat der Fuß gar nicht mehr wehgetan. Nur die Kondition war natürlich im Eimer, denn ich hatte gut zwei Monate nicht mehr trainiert. Immerhin konnte ich gleichmäßig durchlaufen und hatte am Ende mit 33:38 Minuten noch eine passable Zeit für die 6,1 km erreicht. Das Ziel, unter 30 Minuten zu bleiben, hebe ich mir dann halt fürs nächste Jahr auf 😉

Barfußläufer mit Siegerpose
War ich wirklich der einzige Bafußläufer unter 30.000?

Ab ca. Kilometer 4 fing es an zu schütten und zu gewittern. Ich habe es gar nicht als so schlimm empfunden (wohl, weil ich nicht in nassen Schuhen laufen musste), aber offenbar war die Gefahr doch größer. Kurz nachdem ich im Ziel war hat nämlich die Wettkampfleitung den Start für die restlichen Läufer abgesagt und so konnten ein paar Tausend Leute unverrichteter Dinge wieder nachhause gehen. Da hatte ich Glück gehabt, dass ich noch starten konnte!

Barfußläufer im Olympiastadion
Geschafft! Glücklich und nass im Olympiastadion

Es wurde auch schon gar kein alkoholfreies Bier mehr ausgeschenkt, um die Leute aus dem Innenraum des Stadions zu bekommen. Also entschied ich mich für eine frühe Heimfahrt. Da ich völlig durchnässt war und fror, war das wohl auch die beste Entscheidung.

Trikot mit Aufschrift "Wo sind meine Schuhe?"
Wo sind meine Schuhe?

Laut Aussage eines Bekannten, der an der Strecke fotografierte, war ich anscheinend der einzige Barfußläufer unter den 30.000 Teilnehmern. Da haben wir aber noch Nachholbedarf! Leute, wo seid ihr?

Dass die beiden barfüßigen Läufe die schnellsten meiner 14 Firmenläufe waren, zeigt mir wieder, dass es nicht so verkehrt sein kann, ohne Schuhe zu rennen. qed

 

Barfuß beim B2RUN 2017

Der B2RUN ist ein Firmenlauf, der 2004 erstmals in München stattfand und inzwischen in vielen deutschen Städten durchgeführt wird. Als ich 2005 in meiner jetzigen Firma anfing, waren wir nur wenige Leute (ich bin Nr. 11), aber fast alle liefen beim Firmenlauf mit. Ich hatte mit Laufen eigentlich wenig am Hut, aber bin natürlich trotzdem mitgelaufen, als Neuling. Ich weiß noch, es war brutal warm an dem Tag. Abends beim Start waren immer noch 36°C und die Sanitäter hatten alle Hände voll zu tun. Aber ich bin angekommen und anschließend sind wir alle Essen gegangen.

So ging das jedes Jahr, die Firma ist inzwischen fast 300 Leute groß und es laufen lange nicht mehr alle mit. Aber ich bin immer dabei gewesen.

Da ich in diesem Jahr seit Ende Februar keine Laufschuhe mehr anhatte, wollte ich natürlich auch den B2RUN barfuß laufen. Ein ehemaliger Kollege hat das ein paar Jahre vorher gemacht, was mich sehr beeindruckt hatte.

Rauer Asphalt im Olympiapark
Rauer Asphalt im Olympiapark

Ich wusste, dass der Asphalt im Olympiapark besonders rau ist und habe bei den Vorbereitungen immer darauf geachtet, dass ich über viele raue Stellen oder Schotterwege laufe, um die Fußsohlen abzuhärten. Ich wollte auf keinen Fall Blasen bekommen. Um ganz sicher zu gehen, bin ich im Training auch meistens Strecken gelaufen, die deutlich länger waren als der B2RUN selbst (ca. 6,1km). Schließlich musste ich ja auch noch gute 2km bis zu Start gehen und hinterher wieder zurück.

B2RUN dreckige Sohlen
schön zu erkennen: die Kontaktpunkte an Groß- und Kleinzehballen

Während ich anfänglich weniger auf mein Tempo geachtet habe, bekam ich wenige Wochen vor dem Lauf noch einen richtigen Schub, als ich nämlich diesen Artikel gelesen hatte: Der Ballengang: Vorteile und Nachteile. Während ich nämlich vorher immer hauptsächlich aus dem Sprunkgelenk gelaufen bin, habe ich durch den Artikel die Erkenntnis gewonnen, besser aus Hüft- und Kniebewegungen zu laufen und die Füße „einfach hängen zu lassen“. Und tatsächlich hat mich das in zweierlei Hinsicht deutlich weiter gebracht. Einerseits kann ich damit ein höheres Tempo laufen, weil die beim Aufprall gespeicherte Energie viel besser zum Abstoß genutzt wird und andererseits schont offenbar diese Lauftechnik meine Gelenke besser, d.h. mir tut nach dem Laufen nichts mehr weh!

Vor dem Start habe ich mich hauptsächlich mit leichtem Hüpfen und tiefer Hocke locker gemacht (das ist besser als Dehnen). Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu schnell loszurennen, aber als es dann losging konnte ich gar nicht schnell genug an den ganzen Trödlern vorbei kommen, weil die ersten 300m ziemlich eng abgesperrt waren. Das gute Training hat sich ausgezahlt, am Ende war ich mit einer Zeit von 30:32 mehr als 3 Minuten schneller als im Vorjahr und ca. 7 Minuten schneller als im langjährigen Schnitt – es war ja schon mein 13. B2RUN.

Ich bin begeistert und werde weiterhin natürlich nur noch barfuß an solchen Läufen teilnehmen. Das Argument „mit Schuhen wärst Du noch schneller gewesen“ lasse ich definitiv nicht durchgehen!

Firmenlauf im Münchener Olympiapark
Geschafft! Nach dem Firmenlauf im Münchener Olympiapark
Mein Lauftrikot wurde extra für den Barfußlauf angefertigt
Mein Lauftrikot wurde extra für den Barfußlauf angefertigt