Meine erste richtige Glasscherbe

Barfuß zu laufen ist wahnsinnig gefährlich! Zumindest wenn man seinen Mitmenschen glauben kann, die überall und ständig Glasscherben, Dornen und Heroinspritzen vermuten, in die man reintreten kann…

Mein Argument war bisher immer, dass ich noch nie in eine Scherbe reingetreten bin. Aber nun kann ich endlich von meiner ersten Glasscherbe berichten, bzw. eigentlich ist es eher ein Glassplitter gewesen, ca. 3mm lang und schön scharfkantig.

Der steckte drei Tage im Fuß – mit Stecknadeln und Pinzette entfernt
Der steckte drei Tage im Fuß – mit Stecknadeln und Pinzette entfernt

Erst habe ich es gar nicht gemerkt, aber in einer bestimmten Stellung hat es beim Auftreten immer etwas gepiekst. Sehen konnte ich nichts, außer einem winzigen Pünktchen an der Sohle. Aber es stand auch nichts heraus, so dass ich mir erst nichts dabei dachte.

Das Ding steckte bestimmt drei Tage in der Fußsohle, bis ich mich doch wieder intensiv damit beschäftigte, weil ich mir inzwischen dachte, dass da wirklich was drin sein muss. Mit einer Pinzette konnte ich nichts greifen, aber am Ende habe ich es geschafft, mit zwei Stecknadeln von beiden Seiten drunter zu fassen und den Splitter hochzuhebeln, so dass ich ihn dann doch mit der Pinzette anfassen und rausziehen konnte.

Ich war erstaunt, wie groß das Glasstück war, denn schließlich steckte es mehrere Tage im Fuß, ohne dass ich nennenswerte Schmerzen hatte. Daran konnte ich sehen, wie dick die Leder- bzw. Hornzellenschicht unter meinen Füßen schon sein muss.

Trotzdem gilt: immer schön aufpassen, wo man hintritt!

Jetzt geht’s los…

Nun habe ich also auch ein WordPress Blog… naja, man muss ja auch mit der Zeit gehen 😉

Schauen wir mal, was draus wird und wie lange das lebt. Ich bin gespannt! Viel Spaß!

 

P.S. dies ist der erste Eintrag in diesem Blog. Alle Beiträge, die zeitlich vor diesem stehen, sind bewusst zurückdatiert, damit die Ereignisse in chronologisch richtiger Reihenfolge beschrieben sind.

Barfuß in Concert

Wie bereits im Vorjahr bin ich zusammen mit Kollegen zum Konzert von Wishbone Ash gegangen. Eine Band, die ich schändlicherweise noch gar nicht so lange kenne, obwohl es sie schon länger gibt, als ich lebe…

Der breiten Öffentlichkeit vermutlich eher unbekannt, weil der Mega-Hit ausblieb, aber namhafte Bands wie Aerosmith, KISS, ZZ Top oder Bruce Springsteen haben einst als Vorbands für Wishbone Ash angefangen. Heute ist Gründungsmitglied Andy Powell immer noch unterwegs, um mit seiner Flying-V Gitarre unermüdlich die alten Songs unters Volk zu bringen. Musik für Gitarristen würde ich sagen 😉

Wishbone Ash im Ampere in München
Wishbone Ash im Ampere in München

Für mich war es eine Premiere, denn ich war vorher noch nie barfuß in einem (Rock-)Konzert. Letztes Jahr hatte ich an selber Stelle Schuhe an und das ganze Konzert über kalte Füße gehabt. Dieses Jahr war es kein Problem. Es fing schon damit an, dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei -2°C hingefahren bin und auch in der Halle fühlte ich mich rundum wohl.

Mir ist auch keiner auf die Füße gelatscht und Scherben oder sonstigen Müll gab es auch nicht in der Halle. Das war eigentlich meine größere Befürchtung. Aber der Boden war erstaunlich sauber und überschaubar. Die Notfallschuhe aus Neopren durften also in der warmen Jackentasche bleiben.

Auch wenn es hier so problemlos ohne Schuhe ging, würde ich zukünftig nicht auf zusätzliche Latschen für den Notfall verzichten, denn abhängig vom Veranstaltungsort oder dem ganzen Drumherum könnten die doch spontan nötig sein…

Röckenröll !!!

 

Stulpen aus Skisocken

Es ist ja nun schon mein zweiter Winter und auch wenn die Fußsohle das ganz gut abkann, sind die Knöchel doch eine Schwachstelle und frieren schnell. Wenn ich also schon keine Socken trage, müssen wenigstens Stulpen her, um die Knöchel und die Waden zu wärmen.

Was tun, wenn man keine Stulpen hat? Man kauft welche oder lässt sich welche stricken 😉

Stulpen aus Skisocken, einfach abschneiden und umnähen
Stulpen aus Skisocken, einfach abschneiden und umnähen

Na gut, aber ich brauchte eine ganz schnelle Lösung und da fiel mir ein, dass ich noch diverse Paare Skisocken im Schrank liegen habe, die ich sowieso nicht anziehe, weil sie in Skistiefeln immer reiben und ich da lieber normale Sportsocken nehme. Also kann ich die ja gleich zu Stulpen umfunktionieren.

Eigentlich ganz einfach, ich habe den unteren Teil abgeschnitten und doppelt umgenäht, damit es nicht so ausfranst. Einfach mit der Hand, das ging relativ schnell.

Ich habe sie absichtlich nicht gerade abgeschnitten, sondern etwas schräg, damit eine Art Ausbuchtung entsteht. Diese drehe ich nach innen, damit die Innenknöchel bedeckt sind. Die sind nämlich immer besonders kälteempfindlich. Inwischen habe ich auch ein Paar gestrickte Stulpen, aber diese hier sind definitiv wärmer und auch wenn sie nicht besonders schön aussehen – zum Sport taugen die allemal.

Stulpen aus Skisocken, der schräg abgeschnittene Teil wärmt die Innenknöchel
Stulpen aus Skisocken, der schräg abgeschnittene Teil wärmt die Innenknöchel

Barfuß auf den Berggipfel

Da oben drauf...
Da oben drauf…

Jedes Jahr veranstaltet unsere Firma ein Event für alle Mitarbeiter, wo sich die Kollegen aller Standorte kennenlernen können und auch außerhalb der Arbeit mal was zusammen unternehmen. Der Robinson Club Amadé in Kleinarl (Österreich) war schon zum fünften und wahrscheinlich letzten Mal das Ziel dieser Veranstaltung.

Der Hausberg von Kleinarl ist die Ennskraxn, mit offiziell 2410m Höhe. Für einen Nachmittagsausflug ist die Besteigung zu weit, aber in diesem Jahr haben wir uns mit einer Gruppe von 7 Leuten zusammen getan, um diesen Gipfel endlich mal zu erklimmen. „Barfuß auf den Berggipfel“ weiterlesen

Barfuß auf heißen Kohlen

Ohne Schuhe grillen – klingt sehr romantisch, kann ich aber tatsächlich nur bedingt empfehlen. Mir ist es nämlich passiert, dass ein ca. 2cm großes Stück heiße Kohle neben den Grill gefallen ist (ohne dass ich es gemerkt habe natürlich) und irgendwann bin ich draufgetreten…

Es fühlte sich erst wie ein Insektenstich an und ich dachte, ich wäre auf eine Wespe getreten oder sowas. Dann sah ich die Kohle im Gras und dann war klar, woher der Schmerz kommt.

Dies war dann auch die erste wirkliche „Verletzung“, die ich mir beim Barfußlaufen zugezogen habe. Wobei es so schlimm gar nicht war. Es hat sich eine winzige Brandblase gebildet, die nach ein paar Tagen schon wieder weg war und beim Laufen war ich dadurch auch nicht großartig eingeschränkt.

Ob ich beim nächsten Grillen Schuhe anziehen werde, weiß ich aber noch nicht… 😉

Barfuß grillen kann wehtun
Barfuß grillen kann wehtun

Barfuß im Auto

Barfuß Autofahren – ist das nicht verboten?!

Nein, ist es nicht!

Die Straßenverkehrsordnung sieht keine Regelung vor, mit welchem Schuhwerk man Autofahren soll oder ob man überhaupt Schuhe anziehen muss. Für private Fahrten wohlgemerkt, denn für Berufskraftfahrer im Dienst können Unfallverhütungsvorschriften gelten, nach denen tatsächlich das Tragen fester, den Fuß umschließender Schuhe Pflicht ist.

Grundsätzlich gilt, dass ein Fahrer sich so zu verhalten hat, dass die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Das gilt aber nicht nur für Schuhwerk, sondern für alles mögliche, was man hinter dem Steuer machen kann.

Wem also die Füße schon beim Gehen über einen normalen Fußweg wehtun, der sollte besser auch beim Autofahren nicht auf seine künstlichen Sohlen verzichten. Wenn man allerdings das Barfußgehen über einen längeren Zeitraum gewohnt ist, sehe ich persönlich keine Beeinträchtigung darin, auch ohne Schuhe Auto zu fahren. Im Gegenteil, mir persönlich kommt es immer wieder komisch und ungewohnt vor, wenn ich mal mit Schuhen fahren muss.

Argumente wie eine geringere Bremskraft oder das barfüßige Abrutschen von den Pedalen sind völliger Quatsch und meiner Meinung nach von Leuten erfunden worden, die keine Ahnung haben, wieviel Gefühl in den Füßen stecken kann. Ich finde, barfuß kann ich sowohl Gas als auch Bremse viel besser dosieren und vom Pedal abzurutschen kann ich mir eher mit dreckigen oder nassen Schuhen vorstellen als barfuß. Und das mit dem Druck auf der Bremse verstehe ich auch nicht. Warum sollte ich mit Schuhen mehr Kraft im Bein haben als ohne? Weil es wehtut, wenn man barfuß bremst? Hm… wie gesagt, wem das wehtut, der sollte es nicht machen! Aber wenn ich kilometerlang über Schotterwege laufen kann, warum sollte es mir dann wehtun, wenn ich auf ein mit Gummi gepolstertes Bremspedal trete? Das leuchtet mir nicht ein.

Fazit:
Barfuß Autofahren ist in Deutschland nicht verboten, es darf auch nicht mit Bußgeldern belegt werden. So lange nichts passiert, ist es sowieso egal und wenn es doch zu einem Unfall kommen sollte, muss der Zusammenhang mit der Barfüßigkeit als Ursache von der Gegenseite bewiesen werden. Das gilt aber nicht nur für blanke Füße, sondern auch für Flipflops, Sandalen, Highheels, Winterstiefel und sonstiges Schuhwerk, das der Sicherheit im Weg sein könnte. Die Haftpflichtversicherung zahlt in jedem Fall!

Zum Glück leben wir in einem Land, in dem jeder so Auto fahren darf, wie er sich am wohlsten fühlt (und niemanden gefährdet). Im Ausland würde ich mich allerdings nicht drauf verlassen und vorher mal recherchieren, ob es da andere Regelungen gibt.

Ich will Spaß – ich geb Gas!

Quelle mit Referenzen auf Gerichtsurteile

Barfuß beim B2RUN 2017

Der B2RUN ist ein Firmenlauf, der 2004 erstmals in München stattfand und inzwischen in vielen deutschen Städten durchgeführt wird. Als ich 2005 in meiner jetzigen Firma anfing, waren wir nur wenige Leute (ich bin Nr. 11), aber fast alle liefen beim Firmenlauf mit. Ich hatte mit Laufen eigentlich wenig am Hut, aber bin natürlich trotzdem mitgelaufen, als Neuling. Ich weiß noch, es war brutal warm an dem Tag. Abends beim Start waren immer noch 36°C und die Sanitäter hatten alle Hände voll zu tun. Aber ich bin angekommen und anschließend sind wir alle Essen gegangen.

So ging das jedes Jahr, die Firma ist inzwischen fast 300 Leute groß und es laufen lange nicht mehr alle mit. Aber ich bin immer dabei gewesen.

Da ich in diesem Jahr seit Ende Februar keine Laufschuhe mehr anhatte, wollte ich natürlich auch den B2RUN barfuß laufen. Ein ehemaliger Kollege hat das ein paar Jahre vorher gemacht, was mich sehr beeindruckt hatte.

Rauer Asphalt im Olympiapark
Rauer Asphalt im Olympiapark

Ich wusste, dass der Asphalt im Olympiapark besonders rau ist und habe bei den Vorbereitungen immer darauf geachtet, dass ich über viele raue Stellen oder Schotterwege laufe, um die Fußsohlen abzuhärten. Ich wollte auf keinen Fall Blasen bekommen. Um ganz sicher zu gehen, bin ich im Training auch meistens Strecken gelaufen, die deutlich länger waren als der B2RUN selbst (ca. 6,1km). Schließlich musste ich ja auch noch gute 2km bis zu Start gehen und hinterher wieder zurück.

B2RUN dreckige Sohlen
schön zu erkennen: die Kontaktpunkte an Groß- und Kleinzehballen

Während ich anfänglich weniger auf mein Tempo geachtet habe, bekam ich wenige Wochen vor dem Lauf noch einen richtigen Schub, als ich nämlich diesen Artikel gelesen hatte: Der Ballengang: Vorteile und Nachteile. Während ich nämlich vorher immer hauptsächlich aus dem Sprunkgelenk gelaufen bin, habe ich durch den Artikel die Erkenntnis gewonnen, besser aus Hüft- und Kniebewegungen zu laufen und die Füße „einfach hängen zu lassen“. Und tatsächlich hat mich das in zweierlei Hinsicht deutlich weiter gebracht. Einerseits kann ich damit ein höheres Tempo laufen, weil die beim Aufprall gespeicherte Energie viel besser zum Abstoß genutzt wird und andererseits schont offenbar diese Lauftechnik meine Gelenke besser, d.h. mir tut nach dem Laufen nichts mehr weh!

Vor dem Start habe ich mich hauptsächlich mit leichtem Hüpfen und tiefer Hocke locker gemacht (das ist besser als Dehnen). Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu schnell loszurennen, aber als es dann losging konnte ich gar nicht schnell genug an den ganzen Trödlern vorbei kommen, weil die ersten 300m ziemlich eng abgesperrt waren. Das gute Training hat sich ausgezahlt, am Ende war ich mit einer Zeit von 30:32 mehr als 3 Minuten schneller als im Vorjahr und ca. 7 Minuten schneller als im langjährigen Schnitt – es war ja schon mein 13. B2RUN.

Ich bin begeistert und werde weiterhin natürlich nur noch barfuß an solchen Läufen teilnehmen. Das Argument „mit Schuhen wärst Du noch schneller gewesen“ lasse ich definitiv nicht durchgehen!

Firmenlauf im Münchener Olympiapark
Geschafft! Nach dem Firmenlauf im Münchener Olympiapark
Mein Lauftrikot wurde extra für den Barfußlauf angefertigt
Mein Lauftrikot wurde extra für den Barfußlauf angefertigt

Das erste Mal eine ganze Woche barfuß

Urlaub in Kroatien. Herrlich! Zwar nur eine Woche, aber trotzdem toll.

Am Meer - Schuhloser Urlaub in Novigrad, Kroatien
Am Meer – Schuhloser Urlaub in Novigrad, Kroatien

Neben Sonne, Meer und Ćevapčići war für mich das größte Highlight, dass ich erstmals eine ganze Woche durchgehend barfuß gehen konnte. Na gut, nicht ganz durchgehend, ab und zu hatte ich doch noch Schuhe (Sandalen) an. Aber eher so stundenweise, größtenteils in der Ferienwohnung, weil die Fliesen so kalt waren. 😉

Ausflug nach Poreč
Ausflug nach Poreč

Aber die meiste Zeit hatte ich keine an, gefühlt die ganze Woche nicht. Auch die komplette Hin- und Rückfahrt hatte ich natürlich keine Schuhe im Auto an. Klingt jetzt vielleicht gar nicht so spannend, aber für mich war das ein wichtiger Test, ob ich ganztägig über mehrere Tage barfuß gehen kann, ohne Blasen zu bekommen oder sonst irgendwelche Ermüdungserscheinung.

Ausflug nach Grožnjan
Ausflug nach Grožnjan

Und ja, das ging ohne Probleme. Mir hat abends überhaupt nichts wehgetan oder so. Im Gegenteil, je mehr ich barfuß durch die Gegend lief, desto selbstverständlicher wurde es für mich und jedes Mal, wenn ich doch mal für einen kurzen Moment meine Flip-Flops anzog, z.B. im Restaurant oder bei einer Höhlenbesichtigung, war ich froh, wenn ich sie schnell wieder ausziehen konnte.

Bei Regenwetter in Motovun
Bei Regenwetter in Motovun

Es hat auch niemand komisch geguckt. In den Straßen, an den Promenaden, im Supermarkt… keine entrüsteten Blicke. Ich kann mich nicht mal erinnern, dass sich überhaupt jemand umgedreht hat. Den meisten Leuten ist es vermutlich nicht mal aufgefallen. Okay, es kann natürlich auch sein, dass es im Urlaub an der Adria sowieso weniger auffällt, wenn mal jemand barfuß durch die Gegend läuft.

An der Promenade in Novigrad
An der Promenade in Novigrad

Als ich nach der Woche wieder feste Schuhe anziehen musste (in der Arbeit), fühlte sich das richtig falsch an! Da wurde mir bewusst, was ich jahrzehntelang meinen Füßen angetan habe. Schuhe sind wirklich ein Gefängnis für die Füße.

Schotter bis der Arzt kommt

Unter der irreführenden Bezeichnung „Wanderweg Aying“ machten wir mit der ganzen Familie eine Geocaching-Runde durch den Höhenkirchener Forst bis nach Aying und zurück. Jedoch der wildromantisch verwurzelte und weich federnde Waldwanderweg existierte nur in meiner Phantasie. Insgesamt waren es 12 Kilometer, davon 90% auf Schotterpiste, der Rest auf Asphalt!

Schotter, Schotter, Schotter...
Schotter, Schotter, Schotter…

In Aying gab es eine kleine Entschädigung im Biergarten. Frau und Kinder warteten danach dort, während ich den kompletten Weg wieder zurück ging, um das Auto zu holen. Die letzten 3km waren nur noch Quälerei und die Fußsohlen mussten sich 3 Tage von der Überreizung erholen. Aber ich hab’s geschafft und wußte dann: sowas kann ich also auch. Blasen hatte ich übrigens keine bekommen.